Die Wandmalereien - Das Weltgericht

Vom Weltgericht
Wenn aber ader Menschensohn kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle Engel mit ihm, dann bwird er sitzen auf dem Thron seiner Herrlichkeit, und alle Völker werden vor ihm versammelt werden. Und er wird sie voneinander scheiden, wie ein Hirt die Schafe von den Böcken scheidet, und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen und die Böcke zur Linken. Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbt das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt! Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen. Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich gekleidet. Ich bin krank gewesen und ihr habt mich besucht. Ich bin im Gefängnis gewesen und ihr seid zu mir gekommen.
Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dir zu essen gegeben, oder durstig und haben dir zu trinken gegeben? Wann haben wir dich als Fremden gesehen und haben dich aufgenommen, oder nackt und haben dich gekleidet? Wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen? Und der König wird antworten und zu ihnen sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.
Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Geht weg von mir, ihr Verfluchten, in das aewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln! Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir nicht zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir nicht zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich nicht aufgenommen. Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich nicht gekleidet. Ich bin krank und im Gefängnis gewesen und ihr habt mich nicht besucht. Dann werden sie ihm auch antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig oder durstig gesehen oder als Fremden oder nackt oder krank oder im Gefängnis und haben dir nicht gedient? Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr nicht getan habt einem von diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht getan. Und sie werden hingehen: diese zur ewigen Strafe, aber die Gerechten in das ewige Leben. (Matthäus 25, 31-46)


Wegen der störenden Leuchter eine ältere, aufbereitete Fotografie des Gesamtbildes vom Weltgericht. Unten die Inschrift:  "Venite benedicti patris mei - Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters - Discedite a me maledicti - Entfernt euch von mir, ihr Verfluchten."

Das Weltgericht ist das wichtigste Gemälde in der Laurentiuskirche. Manches mag daran fragwürdig erscheinen: der Papst in Hölle,
der Reformator Calvin auf dem Weg dorthin, die lutherischen Reformatoren unter den Seligen, die schrecklichen Bilder aus dem Schlund des Höllendrachens und die furchtbaren Höllengestalten.

 Aus der Rückschau wissen wir, wohin religiöse Intoleranz führt.  In diesem Sinn könnte das Gemälde vom Weltgericht als  Glaubenszeugnis aus der Zeit der beginnenden lutherischen Orthodoxie heute (für den Künstler sicher ungewollt) eine Mahnung zu Demut und Toleranz sein.
Es sollte aber nicht übersehen, dass nur ein Viertel des Gemäldes die Folgen von Tod und Sünde mit der Hölle zeigt; drei Viertel des Bildes zeigen den Himmel und die Seligkeit mit Jesus Christus als Weltenrichter und Pantokrator (Allherrscher) .


Linke  Hälfte:

oben:
Maria, die Himmels-
königin,  führt hier die
Schar der heiligen
Kirchenväter und Mär-
tyrer an. Darunter
Adam und Eva.

unten:
Der Apostel Petrus mit
seinem Schlüssel
an der Himmelsür. Die Schar der Seligen an der Spitze Martin Luther und andere Reformatoren.








Rechte Hälfte:

oben:

Johannes der Täufer
führt die Reihe der  heiligen
Märtyrer (in roter Kleidung)
und Apostel an. .


unten:

Die Verdammten
auf ihrem Weg in
die Hölle.

Jesus Christus als Pantokrator (Weltenherrscher) und Weltenrichter

Johannes der Täufer mit den Heiligen Märtyern und Aposteln

Maria, die Himmelskönigin, mit heiligen Märtyrern und Kirchenvätern

Adam und Eva - wieder im Paradies













Petrus mit seinem Schlüssel vor der Himmels- tür

Christus spricht:
"Ich will
dir die Schlüssel des Himmel- reichs geben..."

Matthäus 16,19


Die Seligen mit den Reformatoren an der Spitze.
Daneben entweder sächsische Kurfürst Friedrich der Weise (Unterstützer und Beschützer Martin Luthers) oder sein Nachfolger Johann Friedrich der Beständige mit seiner Familie. Hinter Martin Luther Elisabeth von Calenberg.














Die Refor- matoren  Philipp Melanch- thon,
Martin Luther (bd. mit Bibel) und  Johannes Bugen- hagen .
Entweder Kurfürst Friedrich der Weise oder sein Nach- folger Johann Friedrich der Bestän- dige, beide Unter- stützer Martin Luthers


















Elisa- beth von Calen- berg, die in Süd- nieder- sachsen die Refor- mation ein- führte.


















Sie brachten Kinder zu Jesus....
Markus 10, 13













"Lasst die Kinder zu mir kommen und weh
ret ihnen nicht; denn solchen gehört das Reich Gottes." Markus 10, 14














Die Aufer- stehung zum ewigen Leben.

Johannes
5, 29








Auferstehung zum Gericht. -  Johannes 5, 29

Wundert euch darüber nicht. Denn es kommt die Stunde, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören werden, und werden hervorgehen, die Gutes getan haben, zur Auferstehung des Lebens, die aber Böses getan haben, zur Auferstehung des Gerichts.
Johannes 5, 28+29


Entfernt euch von mir, ihr Verdammten


Teufel mit Verdammten

Der Papst mit seiner Tiara (Papstkrone) in der Hölle

Wollüstiger Mönch mit unzüchtigen Frauen

Ein Unzüchtiger

Betrügerische Marktfrau mit Butterfass



Eine Verleumderin oder Lügnerin
Ein Wucherer




















Teufels Gross- mutter



Umstritten: Der schweizerische Reformator Calvin oder  Erich II., von Calenberg-Hoya.
Der Landesherr Erich II. wollte zwar die Reformation seiner Mutter Elisabeth rückgängig machen, erließ aber 1576, ein
Jahr vor Erstellung dieser Gemälde, ein Toleranzedikt.
Es wäre unklug gewesen und ist darum unwahrscheinlich, dass man den Landesherrn verärgern wollte. Für die Darstellung Calvins spricht die damalige Gegnerschaft zwischen Lutheranern und Calvinisten, die Ähnlichkeit mit vielen Portraits Calvins und das Motiv dieses Bildes:
Eine höllische Figur, ein eitler Hahn mit Gelehrtenhut, flüstert einem Gelehrten Lügen ein.


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